Die AWO der zwei Geschwindigkeiten

In der Geschichte der AWO ist die Anzahl der Mitarbeiter*innen stetig gewachsen. Während im Jahr 1959 rund 4.000 Menschen bei der AWO hauptamtlich beschäftigt waren, lag diese Zahl 2017 beu etwa 228.000. Vergleichbares lässt sich bei der Anzahl der Einrichtungen und Dienste beobachten. Bereits Marie Juchacz, Gründerin der Arbeiterwohlfahrt, stellte in ihrer Begrüßungsrede zur Bundeskonferenz 1955 in München fest: “Es erschien uns sehr viel, dass fast in jedem Bezirk ein oder zwei […] Einrichtungen vorhanden waren.” Bei ein bis zwei Einrichtungen in einem Bezirk blieb es nicht, diese stiegen bis heute auf rund 14.000 an.

Dagegen steht die AWO als Mitgliederverband seit den 1990er-Jahren vor ähnlichen Problemen wie viele andere mitgliedschaft organisierte Vereinigungen in Deutschland. Die Mitgliederzahlen und Zahlen der Ehrenamtlichen sinken. Der AWO Bundesverband reagierte 2015 hierauf mit einem “Programm zur Stärkung des Mitgliederverbandes”. Bei der Umsetzung des Programms geht es nicht nur darum, die Mitgliederzahlen zu stabilisieren. “Es geht um Symbiose von Ehrenamt und Hauptamt”, so Wolfgang Stadler, Vorstandsvorsitzender des AWO Bundesverbandes, auf der Bundeskonferenz 2016. Weiteres Ziel ist es, neue Mitglieder zu gewinnen, welche für das eintreten, wofür die AWO seit jeher kämpft: eine sozial gerechte Gesellschaft.

- INFOGRAFIK -
Mitglieder von 1959 bis 2017
Ehrenamtliche Helfer*innen von 1926 bis 2017
Mitarbeiter*innen von 1959 bis 2017
Anzahl der Einrichtungen und Dienste von 1979 bis 2017
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